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Die Arbeit der Sterndeuter

In der Antike wurden die Sterndeuter als ein Berufsstand bezeichnet. Aus heutiger Sicht heraus käme die Arbeit eines Sterndeuters der damaligen Zeit etwa in der Mitte von Astronomie und Astrologie zum Liegen. In ihrer Zeit waren die Sterndeuter die früheren Astronomen. Ihr System der Notation war zum größten Teil eine astronomische Symbolsprache mit der komplexe Zusammenhänge dargestellt wurden. In der heutigen Zeit wird dieses System nur noch von der Astrologie verwendet. An sich war die Sterndeutung eine Mischung aus Kalenderrechnung und religiösen Paradigmen.

Die Sterndeuter werden im Sprachgebrauch der ersten vor- und nachchristlichen Jahrhunderte meist als Chaldäer bezeichnet. Häufig waren sie von persischer Herkunft. Ihr Wirkungsfeld bezog sich aber von Mesopotamien und Arabien bis nach Anatolien und an die Mittelmeerküsten. Die Chaldäer hatten in der Region Babylons ebenfalls auch eine religiöse Funktion. Gerade auch deshalb, weil die damals noch nicht zu erklärenden Planetenbahnen mit den seltsamen Schleifenbewegungen als Äußerungen des Willens der Gottheiten gedeutet wurden. Diese galt es zu ergründen. Diese jährlichen Planetenschleifen am Sternenhimmel sind seit Johannes Kepler mittlerweile leicht erklärbar. Hierbei handelt es sich um einen perspektivischen Effekt durch die Erdbahn.

In Israel und auch in anderen Wohngebieten der Juden waren die Sterndeuter verpönt. Was zur Folge hatte, dass das Wort Chaldäer einen sehr negativen Beigeschmack bekam. Die Sterndeuter nennen den Stern von Betlehem Magoi. Mittlerweile bekam dieses Wort durch die Wortverwandtschaft mit dem Begriff Magier ebenfalls einen anderen Klang. Aus diesem Grund übersetzt der Sprachwissenschaftler und Alttestamentler Fridolin Stier das Wort Magoi deshalb mit Sternkundige.

Im Hochmittelalter erlebten die Sterndeuter im Kontext der Alchemie eine Renaissance. Johannes Kepler ist der letzte bedeutende Astronom, der ebenfalls auch Sterndeuter war. Sein eigentlicher Beruf war Astrologe am Hof zu Prag und in der späteren Zeit für Albrecht von Wallenstein. Er erkannte gleichzeitig aber auch die Unzulänglichkeiten der Sterndeutung und gründete eine Astronomie, die sich den strengen wissenschaftlichen Grundsätzen verpflichtet fühlt. Jedoch hinderte ihn dies nicht daran weiterhin jährlich seine Prognostica herauszubringen. Diese war beim Volk sehr beliebt.

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