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Zigeunerkarten und Kipperkarten

Eigentlich tragen diese charmanten Karten den Namen „Zigeunerkarten“ zu Unrecht, denn Sie wurden nicht, wie angenommen von den Roma und Sinti geschaffen. Zwar ist es richtig, dass diese die Kunst des Wahrsagens seit Jahrhunderten beherrschen, für diese Zwecke auch Karten benutzten, diese jedoch keine Bilder enthielten. Sie waren eher mit einfachen Zeichen oder Worten versehen. Es konnte hier nie eine einheitliche Form entwickelt werden, da die Bedeutung der authentischen Zigeunerkarten innerhalb der Familien weitergegeben wurden.

Vielmehr könnte man annehmen, dass die Karten von spirituell interessierten Bürgern kommen. Darauf deuten ihre detaillierten Darstellungen hin, die bis heute ihre anschauliche Wirkung nicht verloren haben und die Sorgen und Wünschen der städtischen Bevölkerung wiederspiegeln.

Auch weisen die auf den Karten gedruckten Schlagworte auf einen Ursprung in der österreichisch-ungarischen k. und k. (kaiserlichen und königlichen) Monarchie. Es könnte sich hierbei um die gehobene bürgerliche Gesellschaft handeln, man kann fast davon ausgehen, es handelt sich vorwiegend um die Damenwelt, da vor allem das Thema „Geld durch Arbeit“ in den Karten nicht erwähnt wird. Außerdem war die Herstellung der Karten für das einfache Volk oft teuer und unerschwinglich.

Realistischer scheint, dass die Zigeunerkarten, so wie diese heute gestaltet sind, offenbar nur Gesellschaftskarten waren, die zur Unterhaltung dienen sollten, um den Wahrsagekarten, die es seit vielen Jahrhunderten gab, eine Überlebenschance zu geben. Hinter der Aussage, es handle es sich nur um ein Unterhaltungsspiel, konnten Kartenlegerinnen und Kartenleger das oft verbotene und verfolgte Wahrsagen und Hellsehen gut verheimlichen. So konnten interessierte sich die Karten legen lassen und nach aussen so tun, als ob sie eigentlich nicht daran glauben und das Gesicht wahren. So konnte das Kartenlegen weiterhin gepflegt werden.

Obwohl die Kipperkarten, durch ihre bildhafte Darstellung, oft mit den Zigeunerkarten verwechselt werden, gibt es wesentliche Unterschiede. Die Zigeunerkarten sind nicht durchnummeriert und zusätzlich zu den Bildern befindet sich auf den Karten zu jedem Bild eine sechssprachige Beschriftung - Englisch, Französisch, Deutsch, Italienisch, Ungarisch und Kroatisch.

Seine Stärke findet das Deck mit Sicherheit in vielen Gefühlskarten, in der feinen Aufgliederung wenn es um die Analyse delikater Herzensangelegenheiten geht, bis hin zu erfreulichen oder besorgniserregenden Familienereignissen.

Heutzutage sind die Zigeuner Karten ein immer beliebteres Medium zur Zukunftsvorhersage, aber das Wissen diese Karten betreffend ist noch recht gering. Daher gibt es auch so wenig Fachliteratur dazu.

Die Zigeunerkarten scheinen ähnlich wie Kipperkarten recht einfach zu interpretieren. Doch weit gefehlt! Da die Inhalte recht vielschichtig sein können, sind ein hohes Maß an Erfahrung und Einfühlungsvermögen für das richtige Verständnis notwendig. Zigeunerkarten und Kipperkarten sind in der Welt des Kartenlegens und Kartendeutens mittlerweile bei vielen Kartenlegern und Kartenlegerinnen sehr weit verbreitet.

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